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VARUNA VI – Ker 56 Racer

Nachdem sich die Ker 51 VARUNA als extrem schnelles und zuverlässiges Boot erfolgreich bewährt hat, waren Bauwerft und Designer für das neue Projekt vom Eigner gesetzt. Im Herbst 2014 gab er die neue Yacht bei Knierim in Auftrag, die nicht nur größer, sondern auch noch extremer auf Raumwindkurse ausgelegt sein sollte.

In neunmonatiger Bauzeit entstand bei Knierim ein gut 17 Meter langer High-Tech Racer der neuesten Generation in ultraleichter Sandwich-Bauweise aus Carbon-Prepregs mit Nomex- und Kevlar-Wabenkern. Neben dem vorherrschenden Schwarz für Rumpf, Deck, Segel und Beschläge sind Canting Keel, Daggerboards (durch den Rumpf gesteckte Seitenschwerter), Doppelruderanlage und einfahrbarer Propeller die besonderen Merkmale der Ker 56.

Aufwendige Detaillösungen und konstruktionsbedingte Änderungen an den Daggerboards und deren Position stellten die Bootsbauer vor immer neue Herausforderungen, die mit viel Liebe zum Detail und akribischer Handarbeit hervorragend gemeistert wurden.

Nicht nur Rumpf und Deck, auch alle Kohlefaserteile an diesem Boot sind Einzelanfertigungen und „hausgemacht“ wie z.B. Püttinge, Daggerboards, Ruderstöcke, Ruderblätter und Luken. Sämtliche Formen und einzelne Lager wurden mit Hilfe von Knierims 5-Achs-Fräsen passgenau hergestellt.

Das Resultat ist ein nur 7,6 t schweres Boot mit einer filigranen Kielfinne und Ruderblättern kaum größer als die einer Jolle.

Das Rigg ist aus Kohlefaser mit auffallend breiten Salingen. Die 200 m² Segelfläche sind auf Großsegel und Vorsegel verteilt. Am inneren Vorstag kann zusätzlich oder bei Sturm allein ein Stagsegel gefahren werden. Der Bugspriet wird für den Gennaker benötigt. Das gesamte Deckslayout ist für ein effizientes Handling bei möglichst geringem Gewicht ausgelegt.

Zur Gewichtsersparnis beigetragen hat auch die Auswahl der Technik, insbesondere für die Grinder. An Deck fallen die Keramik beschichteten Winschen auf, die beiden Grinder stehen vorn und hinten im riesigen Cockpit. Die Verbindung von Grinder und Winschen unter Deck ist eine sorgfältig durchdachte Einzelanfertigung von Spezialisten aus England.

Von den beiden Steuerständen vor dem Großschot-Traveller hat der Steuermann einen guten Überblick über das flache Deck mit dem außermittig angeordneten Niedergang. Der Antirutschbelag im Cockpit besteht aus extrem leichtem Schaum, aus dem auch Turnmatten hergestellt werden. Bewegungsfreiheit für die 12- bis 14-köpfige Crew gibt es auch hier genug.

Wie bei vielen Regattayachten stammt das Hydrauliksystem aus Italien. Hauptkomponente ist der leistungsstarke Kielzylinder, der den Canting Keel 40° zu jeder Seite bewegt.

Unter Deck befinden sich achtern 14 Rohrkojen, ein ungekapselter 40 PS Motor, die Navigationsecke, ein paar Pumpen und – das einzige bisschen Luxus - eine WC-Kabine im Vorschiff. Der Rest ist „schwarze Höhle“, lediglich der Niedergang und die Decke im Niedergangsbereich sind weiß gestrichen.

VARUNA VI ist eine reine Regattayacht mit nicht einem Gramm Gewicht zu viel. Designer Jason Ker hat mögliche Top-Speeds von über 30 Knoten berechnet und schon beim ersten Probeschlag kam die Yacht locker auf über 20 Knoten. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere. Die Welttournee der neuen VARUNA beginnt Ende September 2015 mit der Generalprobe in St. Tropez. Danach steht das Middle Sea Race auf dem Programm bevor es von Lanzarote aus in die Karibik geht.